Mit dem E-Auto verreisen

Der Urlaub steht vor der Tür. Die Taschen sind gepackt. Die Reise durch Europa mit dem E-Auto kann starten. Doch was ist dabei zu beachten? Wir geben Hinweise und Tipps, wie Sie entspannt an Ihrem Urlaubsziel ankommen.

 

Eine gute Planung ist entscheidend!

Sie möchten mit Ihrem E-Auto, beispielsweise einem Renault Zoe Z.E. 50, durch Europa reisen. Es wartet eine Strecke von 1.200 km auf Sie. Damit ein umweltfreundlicher Roadtrip besonders entspannt und ohne große Überraschungen verläuft, muss für die lange Strecke alles sorgfältig im Voraus geplant werden.

 

Neben der individuellen Routenplanung mit ausreichenden Ladestationen auf der Reisestrecke und in den Urlaubsregionen, ist die Wahl des Ladeanbieters und der Abrechnungssystematik vor dem Reiseantritt zu klären. Darüber hinaus sollten Sie sich über mögliche Pannen und Probleme informieren, die während eines Aufenthaltes im Ausland auftreten können.

Sein E-Auto kennen

Es ist wichtig, Ihr technisches Grundwissen für das Laden seines Elektrofahrzeugs aufzufrischen! Zunächst machen Sie sich nochmal bewusst, dass ein Renault Zoe über eine 52 kWh Batterie verfügt, der durchschnittlich 17,2 kWh pro 100 km verbraucht und bei einer vollen Akkuladung laut Herstellerangaben eine Reichweite von bis zu 395 km schafft.

Da Sie im Alltag hauptsächlich zu Hause oder am Arbeitsplatz mit dem Typ-2 Ladestecker an Wechselstrom-Ladestationen laden, vergewissern Sie sich nochmal, dass Ihr Elektroauto optional auch mit einem sogenannten Combined Charging System (CCS) über eine 50 kW Gleichstrom-Ladestation deutlich schneller geladen werden kann. Sie kriegen schnell heraus, dass in diesem Fall rund 70 Minuten genügen, um 80 Prozent des Akkus aufzuladen. Über diesen Anschluss kann dann sowohl Gleich- als auch Wechselstrom geladen werden.

Schnellladestationen gibt es allerdings nicht überall und müssen in der Routenplanung entsprechend beachtet werden. Was müssen Sie in Ihrer Reiseplanung mit dem Elektroauto noch alles berücksichtigen?

Einheitliche Ladestandards in Europa

Damit in Europa jedes Elektrofahrzeug überall geladen werden kann, wurde das Ladesystem Combined Charging System (CCS) mit Stecker Typ-2 und Combo 2 als einheitlicher Standard festgelegt. Alle europäischen Automobilhersteller unterstützen CCS. Die Festlegung von Typ-2 und Combo 2 als Standardsteckverbindungen gelten bei Ladeleistungen über 3,7 kW für Wechselstrom (Typ-2) und über 50 kW für Gleichstrom (Combo 2).

 

 

Das bedeutet für Sie, dass Sie im Prinzip quer durch ganz Deutschland bis beispielsweise nach Südfrankreich mit ein und demselben Stecker Ihr Elektrofahrzeug problemlos laden können. Aus eigenen Erfahrungen wissen Sie, dass bei den „Standard-Ladesäulen“ mit Wechselstrom bis maximal 22 kW das Mitführen eines Ladekabels erforderlich sein kann. Dagegen haben Schnellladesäulen mit höheren Ladeleistungen aus Sicherheitsgründen hauptsächlich festmontierte Ladekabel.

Ladesituation der Reiseroute

Die Dichte an Ladestationen kann innerhalb Europas stark variieren. Sie setzen sich mit der Ladesituation in seiner individuellen Reiseroute und Urlaubsregion auseinander! Die maximal angegebene Reichweite der Hersteller ist in der Praxis schwer zu realisieren. Sie selbst stufen sich als vorausschauenden Fahrer ein, der auch vor der Abreise einen richtigen Reifendruck sicherstellt, um die Reichweite seines Elektrofahrzeugs positiv zu beeinflussen. Ihnen ist auch klar, dass vor allem mögliche Staus auf der Reiseroute die Reichweite Ihres Elektrofahrzeugs deutlich reduzieren können.

 

Darüber hinaus gibt es in Europa deutliche Unterschiede bezüglich einer gut ausgebauten Ladeinfrastruktur. Deswegen planen Sie die Reisestrecke anhand der Reichweite Ihres Elektroautos und den verfügbaren Ladestationen. Dabei nehmen Sie einen ausreichenden Puffer in Kauf, sodass Staus oder defekte bzw. nicht kompatible Ladestationen nicht zum Problem werden. Gemäß der Reichweite Ihres Elektroautos prüfen Sie, welche Orte entlang der Strecke in einem Abstand von maximal 300 km liegen und eine Ladestation haben. Bei einer Strecke von ca. 1.200 km sollten somit ca. vier Ladepausen eingeplant werden. Um sich einen guten Überblick über vorhandene Ladestationen europaweit zu verschaffen, sind Apps von Anbietern wie Plugsurfing, Chargemap oder NewMotion hilfreich. Nun stellen Sie sich in Ihrer Reiseplanung die wichtige Frage, welche Anbieter und Abrechnungssysteme es gibt und wie sich diese unterscheiden.

Ladestromtarife und Ladekarten in Europa

Die Wahl des richtigen Anbieters von Ladestromtarifen im europäischen Raum: Sie prüfen welches Modell für Ihre Reiseplanung am besten passt und wie viele Ladekarten Sie benötigen! In Ihrer Routenplanung fallen Ihnen viele Ladestationen mit unterschiedlichen Abrechnungssystemen auf. Für den Ladevorgang ist meistens eine eigene Ladekarte oder Lade-App notwendig. Im Regelfall muss vorher bei dem entsprechenden Betreiber der Ladesäule eine Registrierung erfolgen. Da seine Route mehrere Länder durchläuft, erscheint für Sie ein europaweites Ladenetzwerk von Roaming-Anbietern wie von PlugsurfingNewMotion oder Ladenetz sinnvoll.

 

Durch Roaming-Lösungen können Fahrer von Elektroautos mit einer Ladekarte die Ladestationen mehrerer Betreiber nutzen. Die komplette Abrechnung wird vom Roaming-Anbieter als Service ohne monatliche Grundgebühr übernommen. Der zu zahlende Ladetarif wird allerdings vom Ladesäulenbetreiber festgelegt und kann stark schwanken. Je nach Betreiber gibt es unterschiedliche Preissysteme. Abgerechnet wird die Ladezeit, die geladene Strommenge (je kWh) oder eine bestimmte Startgebühr. Abhängig vom Betreiber können diese Preiskomponenten auch miteinander kombiniert werden. Um nicht in eine Kostenfalle zu geraten, müssen Sie sich vor jedem Aufladen mit den Ladekosten auf der Lade-App vertraut machen und sich ausreichend informieren. Falls Sie das Aufladen an Schnellladegeräten einplanen, müssen Sie mit deutlich höheren Preisen rechnen als an normalen Ladestationen.

Pleiten, Pech und Pannen im Ausland

Zwar geben die meisten Ladeanbieter über Apps konkrete Hinweise über den Zustand ihrer Ladestationen an, jedoch sind inkompatible oder defekte Ladestationen nie ausgeschlossen. Problematisch wird es, wenn dadurch der eingeplante Puffer nicht eingehalten werden kann und das Elektroauto wegen einer leeren Batterie auf der Strecke liegen bleibt. Für solche Fälle – und Pannen jeglicher Art – bieten viele Automobilhersteller europaweite Pannenhilfen an.

 

Vor der Abreise erkundigen Sie sich, ob bei Renault diese Leistung als Teil der Fahrzeuggarantie bzw. des Batteriemietvertrags kostenlos als „Renault Z.E. Assistance“ bereitgestellt wird. Dieser Service umfasst u. a. Reparaturen vor Ort und bei leerer Batterie das Abschleppen des Elektrofahrzeugs zur gewünschten Ladestation des Kunden sowie die Bereitstellung von Mobilitätslösungen zur Erreichung es Reiseziels. Sie erfahren, dass dieser Service nur in den Ländern verfügbar ist, in denen Renault ihre Elektroautos verkauft. Das sollte für Ihr Urlaubsziel Südfrankreich kein Problem darstellen.

 

Für mehr Flexibilität packen Sie als vorausschauender Fahrer zusätzlich noch eine mobile Ladestation für Ihre Reise mit ein. Damit können Sie im Notfall Ihr Elektrofahrzeug an jeder normalen Steckdose laden. Eine spezielle Ladesäule wird dabei nicht benötigt.

Die Planung ist abgeschlossen und alle Vorkehrungen sind getroffen. 

Die Reise kann beginnen!

Übersicht Roaming-Anbieter

AnbieterAnzahl Ladestationen (europaweit)Weitere Informationen

Plugsurfing

200.000 

Ladevorgänge werden monatlich abgerechnet

NewMotion

155.000

Ladevorgänge werden per Lastschrift abgerechnet

Ladenetz

24.150 

Ladevorgänge werden per Kreditkarte abgerechnet

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