Monitor zeigt Aufnahmen vom emevo-Fachtag.

Experten des 2. Fachtags „Saubere Luft in M-V“ fordern Verständnis und Geduld für Entwicklungen im Bereich der alternativen Mobilität

Studioaufnahme von Zukunft GAS e.V.. 2 Moderatoren und 1 Experte am Rednerpult

Mit der Mobilität in die Zukunft geht es nur mit einem Mix von alternativen Antriebstechnologien und Verständnis für Entwicklungsprozesse und Übungszeiträumen. Teilnehmer des Fachtags diskutieren über technische Entwicklungen, gesellschaftliche Forderungen und politische Entscheidungen. 

Neustrelitz, 26.04.2021. „Es sollte nicht nur um Ausstiege gehen, sondern vielmehr diskutiert werden, wo wir einsteigen und wie der Weg in Richtung des großen Ziels der Klimaneutralität gestaltet werden kann!“ – war die klare Botschaft des 2. Fachtags „Saubere Luft in M-V – Mit der Mobilität in die Zukunft“. Rund 60 Vertreter aus Kommunen, Wirtschaft und Politik waren der Einladung zur Online-Veranstaltung von emevo und dem Verein Zukunft Gas gefolgt. Hochkarätige Referenten aus Wirtschaft und Politik gaben Impulse und berichteten über die Nutzung der alternativen Antriebstechnologien in der Praxis.

Harald Sauter Prokurist der Stadtwerke Stralsund und Vorstandsmitglied des Vereins emevo „Kompetenzzentrum Erneuerbare Mobilität M-V e.V.“ begrüßte die Teilnehmer der Veranstaltung und machte noch einmal das Ziel des Vereins deutlich die Entwicklungen der alternativen Antriebsformen im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern zu unterstützen und durch eigenes Handeln voranzutreiben. Aus seiner Sicht ist die batteriebetriebene E-Mobilität „kein Hexenwerk“ mehr. Es gibt bereits eine Vielzahl von Fahrzeugmodellen auf dem Markt, die bezahlbar sind und zusätzlich staatlich gefördert werden. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur geht stetig voran, beispielsweise haben die Stadtwerke Stralsund für eine Grundversorgung an öffentlichen Ladepunkten auf den Inseln Rügen und Fischland-Darß gesorgt. Damit machen es die Stadtwerke Stralsund vielen anderen Vereinsmitglieder von emevo gleich, für einen regionalen Ausbau der alternativen Mobilität zu sorgen. Darüber hinaus sorgen Sie im ganzen Land dafür, dass über das Vereinsprojekt „Kompetenzzentrum alternative Mobilität M-V“ Privatpersonen, Unternehmen sowie öffentliche Institutionen und Kommunen über Förderungen, Tank- und Ladeinfrastrukturen sowie über Fahrzeugmodelle informiert und beraten werden.

Energieminister Pegel spannt Fächer der alternativen Mobilität auf

Mit einem Impulsvortrag startete der Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung des Landes, Christian Pegel. Für ihn ist klar, dass nur ein Mix aus allen alternativen Antriebstechnologien der richtige Weg in eine klimaneutrale Zukunft sein kann. Für nahe Distanzen im PKW-Bereich stellt für ihn die batteriebetriebene E-Mobilität eine solide und massentaugliche Fortbewegungstechnik dar, die vor allem mit dem Einsatz regenerativer Energien eine klimafreundliche Variante ist. Für die Energieversorger bedeutet es jedoch auch einen großen Schritt in Richtung Digitalisierung, um den vorhandenen Strom, der durch die Nutzung von erneuerbaren Energien nicht immer in gleicher Stärke vorhanden ist, effizient zu nutzen. Kritisch betrachtet werden auch die Themen Recycling und Ökologie im Bereich der batteriebetriebenen E-Mobilität. Das Leben der Batterien, von der Herstellung bis zur Entsorgung muss umweltfreundlicher gestaltet werden.

Energieminister Pegel hält sein Impulsstatement.

Im „zweite Leben“, so Christian Pegel, „landen die Batterien in Batteriespeichern, wo die Leistungsfähigkeit der einzelnen Batterie nicht mehr ausschlaggebend ist, sondern die Vielzahl der Batterien das System ausmachen. Wie die Verwendung im dritten oder vierten Leben wirft weiterhin viele Fragen auf.“ Darüber hinaus zweifelt Pegel an der Nutzung batteriebetriebener E-Mobilität im Bereich der längeren Distanzen, des Schwerlasttransportes oder der Baustellenfahrzeuge. In diesem Zusammenhang erwähnt er den Wasserstoff als Option, doch sieht hier die noch preisintensiven Wasserstoff-Fahrzeuge sowie die fehlende Tankinfrastruktur als große Herausforderungen. Weiterhin verursacht der hohe Energieverlust bei der Produktion des Wasserstoffs hitzige Diskussionen.


Von Vorteil sieht Pegel die Verwendung von E-Fuels, die für ihn eine gute Zwischenlösung darstellen, da sie die weitere Nutzung der Verbrennungstechnologien ermöglichen und trotzdem einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Da Pegel wenig an einen schnellen technologischen Umbruch glaubt und auch volkswirtschaftliche Bedenken aufwirft, hebt er den Antrieb durch Gas als eine sehr gute Brückentechnologien für die nächsten 15 bis 20 Jahre hervor, die bereits für eine Verringerung der CO2-Emissionen sorgen kann. Beispielsweise hat LNG im LKW- oder Kreuzfahrtschiff-Bereich eine wichtige Rolle eingenommen. Zwar wird es diese Form nicht für immer geben, stellt jedoch zunächst eine CO2-freundlichere Variante dar.  

Experten aus der Praxis gewährten Einblicke

Das Besondere des Fachtags waren die praxisbezogenen Beiträge aus dem Öffentlichen Personen- und Nahverkehr, von Speditionen und Autobauern. Die Teilnehmer konnten auf diese Weise nicht nur in wissenschaftliche und politische Themenbereiche Einblicke erhalten, sondern direkt erfahren wo und wie die Formen der alternativen Antriebe bereits genutzt werden und welche Erfahrungen bisher gemacht wurden.

 

Am Ende des Fachtags „Saubere Luft in M-V“ waren sich alle einig, dass viele kleine Schritte notwendig sind, um das klare Ziel der Klimaneutralität zu erreichen. Die Entwicklungen müssen beherrschbar bleiben, sprich zuverlässig und bezahlbar. Aus gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Gründen wird ein schneller technologischer Bruch, wie er so oft aus den Reihen der Gesellschaft gefordert wird, nicht möglich sein. Es ist ein Entwicklungsprozess, der immer geübt und weiter optimiert werden muss. Und am Ende, wird es nicht nur die eine wahre Antriebsform geben, sondern einen Mix der alternativen Mobilität.

 

Für Fragen rund um alternative Antriebe in Mecklenburg-Vorpommern steht der Projektleiter von emevo, Robert Grzesko, telefonisch unter 03981 44 90 103 oder per E-Mail an projektleitung@emevo.de gern zur Verfügung.

 

Weitere Veranstaltungen zu alternativer Mobilität finden Sie auf in unseren Veranstaltungen.

emevo steht für erneuerbare Mobilität Mecklenburg-Vorpommern. Unter der Marke emevo agiert das Projekt „Kompetenzzentrum alternative Mobilität M-V“ sowie der Verein „Kompetenzzentrum Erneuerbare Mobilität M-V e.V.“ als Träger des Projektes. Auf der Interseite www.emevo.de finden BesucherInnen Informationen zu technischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen der alternativen Antriebsformen. Das Projekt „Kompetenzzentrum alternative Mobilität M-V“ wird gefördert durch Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung des Landes Mecklenburg-Vorpommern (EFRE).